SEPA 2012 Informationen und News

sepa-2012Bald ist es soweit: im Januar 2012 soll die neue Verordnung zur Festlegung der technischen Vorschriften für Überweisungen und Lastschriften in Euro im europäischen Wirtschaftsraum verabschiedet werden. D.h., dass auch nationale Zahlungsverfahren betroffen sind und abgeschaltet werden müssen.

Worum geht es dabei genau? SEPA – Single Euro Payment Area – ist der einheitliche Zahlungsverkehrsraum für Europa, sowohl für nationale Zahlungen als auch für grenzüberschreitende. Derzeit wird noch zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden. Das soll sich ändern, mit dem Ziel, bargeldloses Zahlen im Euroraum so einfach, sicher und effizient abzuwickeln, wie Inlandszahlungen schon heute.

Wodurch kennzeichnet sich die SEPA-Basislastschrift? Mit den Nutzungsbedingungen der SEPA-Basislastschrift verpflichtet sich der Zahlungsempfänger, für alle Einzüge gültige und unterschriebene Mandate zu besitzen. Der Zahlungsempfänger muss alle ausgegebenen Mandate eindeutig nummerieren (Mandatsreferenz).

Einer unautorisierten Lastschrift kann bis zu 13 Monate lang widersprochen werden. Bei autorisierten Lastschriften nur 8 Wochen. Voraussetzung für die Rückgabe der Lastschrift nach 8 Wochen ist die Anforderung des Mandats. Nur wenn dieses nicht vorgelegt werden kann oder ungültig ist, darf die Lastschrift zurückbelastet werden. Es wird versucht, statt der Neueinholung der SEPA-Lastschriftenmandate eine Umdeutungslösung zu erreichen.

Der wesentliche Unterschied zur bisherigen Einzugsermächtigung ist die Doppelnatur des SEPA-Lastschriftmandats: Das SEPA-Lastschriftenmandat ermächtigt den Zahlungsempfänger einerseits, den fälligen Betrag einzuziehen und andererseits beauftragt es die Bank des Zahlers mit der Einlösung der Lastschrift.

Die Konsequenzen für den Onlinehandel: Für das Elektronische Lastschriftverfahren bzw. die Online Zahlmethode Lastschrift im Online-Handel muss eine Alternative gefunden werden. Da das SEPA Lastschriftverfahren schriftliche Mandate des Zahlers erfordert und die Vorlagefrist bei Einmal- und Erstlastschriften mindestens 5 Arbeitstage beträgt, ist dieses Verfahren als Alternative wenig geeignet. Als mögliche Lösung planen die Sparkassen z.B. die Einführung einer kostengünstigen girocard-Variante ohne Zahlungsgarantie. Bereits heute bietet giropay eine Alternative.

Für die Umstellung gibt es Fristen. Die Umstellung muss voraussichtlich (lt. Tendenz ECON, dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des EU-Parlaments) bis 24 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung erfolgt sein. Voraussichtlich bis Q1 2014. Davon sind auch die nationalen Überweisungen betroffen. Eine Ausnahme stellen die ELV Lastschriften dar. Diese müssen erst bis Anfang 2016 umgestellt sein. Nicht betroffen sind Kartenzahlungen (girocard und Kreditkarte).

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